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Rasse

Kopovs sind die Gebrauchshunde der einfachen Jäger in der Slowakei, die diese Hunde vorrangig zur Jagd auf Sauen und Raubwild (Fuchs, Luchs) einsetzen.

 

Die Jagden finden dort in der Regel in wesentlich kleinerem Rahmen als auf unseren winterlichen Gesellschaftsjagden statt. Häufig wird nur mit einer Handvoll Jäger und ein bis zwei Hunden gejagt. Die Aufgabe der Hunde besteht im Finden und Melden von Schwarz- und Raubwild. Ursprüngliches Ziel bestand dabei nicht in der Erbeutung von Trophäen, sondern in der Sicherstellung bzw. Ergänzung der Ernährung. Geld war mit der Hundezucht in der Slowakei zumindest bis vor einigen Jahren nicht zu verdienen - nur sehr wenige Hunde wurden für "gutes Geld" ins Ausland verkauft. Für jagdlich ungeeignete Hunde standen unter den ärmlichen Verhältnissen keine Ressourcen zur Verfügung.

 

Zwangsläufig führte dieser Zustand zur Selektion: Nur die jagdlich besten Hunde wurden behalten und zur Zucht verwendet. Das nachfolgende Bild unterstreicht die Aussagen und verdeutlicht die notwendige Robustheit dieser Hunde. Es zeigt die Hündin Roba vlci Potok in der Slowakei, die angebunden an einem Zaun neben einem 60-er Betonrohr steht, das ihr als Schutz gegen Wind und Wetter dient.

 

Slowakei

Bild 1: Roba vlci potok in Slowakei; Foto: Manfred Schmid/Effelder

 

Die Jagdart und die Umstände führten dazu, dass von den Hunden sehr viel Überlebensgeschick, Verschlagenheit und Orientierungssicherheit verlangt wurde. "Fanden die Hunde nach den Jagden nicht nach Hause, wurden Sie früher oder später von den Wölfen gefressen," so die Bemerkung eines Insiders. Diese überlebenswichtige Instinktsicherheit ist bei den Hunden nach wie vor enthalten und wird von uns häufig als Intelligenz umschrieben. Wie bei anderen intelligenten Säugetieren ist die Zeit der Lernphase verhältnismäßig lange - anders formuliert: Die Hunde werden langsamer erwachsen und sind später belastbar, als zum Beispiel unsere heimischen Vollgebrauchshunde. Diese Tatsache ist so manchem jungen Kopov zu Unrecht als Schwäche ausgelegt worden, der z.B. bei einem Terrier- oder Drahthaarführer in Lohn und Brot steht. Nicht selten sind dies die Hunde, die sich mit unterdurchschnittlichen Prüfungen abgeschrieben mit 3-4 Jahren zu leistungsstarken und zuverlässigen Jägern entwickeln.

 

Char stellt Keiler

Bild 2: Char spod Sobrany stellt Keiler; Bild: Verfasser

 

Wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten:
Aus heutiger Sicht wird teilweise bemängelt, dass die ausschließliche Selektion auf Leistung auf Kosten anderer Eigenschaften und Merkmale ging. So wurde im Ursprungsland z.B. kaum auf HD (Hüftgelenksdisplasie) geachtet mit der Folge, dass gelegetlich Hunde aus der Slowakei mit dieser Krankheit diagnostiziert wurden. Andere Hunde waren schwach im Laut, bzw. vererbten diese Eigenschaft mit Folgen bis heute.

 

Festus von der Schweinegrube

Bild 3: Festus von der Schweinegrube mit Beute; Bild: Verfasser

 

Als einer der ersten Hundeführer auf deutschen Boden hat sich Hans-Karl Seifert aus Perleberg mit der Rasse auseinandergesetzt und sich am 10.10.1974 die Kopovhündin Britt bliska Liza aus der Tschecheslowakei geholt. Seinem später gegründetem Zwinger "vom Räuberkrug" entstammen viele hervorragende Hunde.

 

In Deutschland wird die verhältnismäßig junge Rasse durch den Schwarzwildbrackenverein e.V. (www.schwarzwildbracke.de) betreut. Der Verein hat es sich zu einer Kernaufgabe gemacht, unter Berücksichtigung von gesundheitlichen und rassespezifischen Aspekten das hohe jagdliche Leistungspotential der Hunde zu etablieren. Dies funktioniert nur bei einer Erhaltung der hohen genetischen Vielfalt. Die scharfe Auslese durch den FCI-Standard (vor allem in puncto Größe) und ein motiviertes Prüfungswesen stehen diesem Aspekt aktuell noch entgegen und werden zukünftig den Trend sinkender Zuchthunde und entsprechender Welpenzahlen voraussichtlich verschärfen. Wünschen wir uns bei den weiteren Aufgaben und in der Problemlösung Weitsicht und ein glückliches Händchen!

- Boris Schnittker -

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